Ausstellung Klosterformat
14.09.2025 14:00–17:00 Uhr Klostergartenmuseum Oelinghausen

Ein Ort des Glaubens, der Geschichte und der Natur.
Oelinghausen stellt eine historisch gewachsene Kulturlandschaft dar, geprägt durch einen jahrhundertelangen sakralen Bezug. Die künstlerische Ausgestaltung der Klosteranlage reflektiert verschiedene kunsthistorische Epochen – sichtbar in Architektur, Skulptur und Malerei. Stilpluralität und der Erhalt historischer Substanz verleihen dem Ort eine besondere ästhetische wie historische Tiefe. Die Lage am Rande der Kalten Lieth unterstreicht die Verbindung von spiritueller Praxis und landschaftlichem Rückzug.
Diese besondere Konstellation bildet den Ausgangspunkt für ein auf sechs Monate angelegtes künstlerisches Projekt des Arnsberger Künstlers Andreas Otto. Im Zentrum steht eine offene, prozessorientierte Auseinandersetzung mit dem Ort. Ziel ist keine finale Werkgruppe, sondern ein forschender Zugang zu den materiellen wie immateriellen Schichten Oelinghausens. Otto widmet sich der Untersuchung von Spuren, Bildstrukturen und Oberflächen. Er nähert sich historischen Fresken, architektonischen Formen und der Beziehung zwischen Raum und Fläche aus der Perspektive des zeitgenössisch künstlerischen Blicks.
Die Beschäftigung mit Oelinghausen wird dabei auch von autobiografischen Elementen begleitet. Erinnerungen an frühe Erfahrungen mit Kunst – etwa die erste verkaufte Zeichnung – sowie an Kindheitserlebnisse wie den Walnussbaum im Klosterhof oder Wanderungen zum Gasthof Danne verflechten sich mit der analytischen Recherche. So entsteht eine Verbindung von individueller Erinnerung und kunsthistorischem Diskurs.
„Andreas Otto begibt sich auf künstlerische Spurensuche in Oelinghausen und entdeckt in den Mauern und Ausstattungsstücken u.a. auch seine biografischen Wurzeln wieder. In seinen grafischen und drucktechnischen Arbeiten nimmt er Bezug auf die jahrhundertalte Geschichte des Klosters und transferiert damit Themen von Religion, Kunst und Natur dieses magischen Ortes in unsere Zeit.“
Prof. Dr. Stefanie Lieb
Studienleiterin Kunst und Kultur
Katholische Akademie Schwerte